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die lange Reise einer Jeans

13. September 2017

Habt ihr Euch schon mal überlegt wo eure Kleidung denn überall schon war bevor sie zu Euch kam?

Anbei mal ein Beispiel einer Jeans:

Kasachstan – Baumwollanbau, Bangladesch – Garnspinnerei, Taiwan – Weberei, Tunesien – Färberei, Bulgarien – Stoffveredelung, China – Näherei, Griechenland – Jeansveredelung, Westeuropa – Verkauf

Ich denke nach so einer langen Reise hat die Jeans echt verdient, dass wir sie lange wertschätzen und tragen und pflegen!

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Bündnis für nachhaltige Textilien

7. Juni 2017

Heute schreibe ich über das „Bündnis für nachhaltige Textilien“.

Nachdem am 24. April 20143 der Gebäude Komplex Rana Plaza in Bangladesh eingestürzt ist, bei dem  1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden gab es einen großen Aufschrei in der Bevölkerung. Modelabels und die Bundesregierung mussten handeln. Diverse Bündnisse wurden gegründet, z.B. das Textilbündnis. Das ist, was  sich das Textilbündnis auf die Fahnen schreibt: Das klingt ja erst mal gut.

Die Multi-Stakeholder Initiative, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Standardorganisationen und Gewerkschaften, wird die Kraft und Expertise seiner Mitglieder bündeln, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. Dabei zielt das Textilbündnis darauf ab, gemeinsame Herausforderungen effektiver zu lösen, Synergien in gemeinsamen Projekten vor Ort zu nutzen, voneinander zu lernen und so Rahmenbedingungen in den Produktionsländern zu verbessern.

Das klingt ja erst mal gut. Ich habe dann genauer recherchiert und herausgefunden, dass 150 Labels teilnehmen, und es einen Aktionsplan gibt in dem geregelt wird wie die definierten Ziele erreicht werden. Und dann habe ich aufmerksam den Aktionsplan gelesen. Und es steht nichts drin! Kein einziges konkretes Ziel. Ein konkretes Ziel ist für mich: wer macht was bis wann.

Mein nachfragen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die sozusagen „Schirmherren“ sind ergab folgende Antwort: 150 Mitglieder haben bis 31.3. 2017 ihre sog. „Roadmap“ abgegeben. (…)  konkrete Ziele und Maßnahmen festgelegt, die sie bis Ende 2017 erreichen wollen. (…) Als Ministerium haben wir derzeit (noch) keine Einsicht in die Roadmaps der anderen Bündnismitglieder. Der Prozess der Auswertung hat eben erst begonnen und die Eintragungen für 2017 werden derzeit einer Plausibilitätsprüfung durch den unabhängigen Dritten unterzogen. Die Roadmap der Bundesregierung wird vorauss. zur Jahresmitte veröffentlicht (wir müssen noch die Rückmeldung der Plausibilitätsprüfer abwarten). Nicht alle Bündnismitglieder werden die Roadmaps veröffentlichen, denn verpflichtend veröffentlicht werden müssen die Roadmaps erst nächstes Jahr. Aber die, die die Roadmaps öffentlich machen, werden sie auf ihre Unternehmenswebsite stellen. Sie werden zudem auf www.textilbuendnis.com im Lauf des Sommers voraussichtlich veröffentlicht werden.

Also kurz gesagt: Hunderte Tote in der Textilindustrie 2013, dann große Trauer und Bestürzung und bis Ende 2017 passiert nichts! Provokant gesagt: Wieso auch. Das Unglück ist schon 4 Jahre her, der Konsument vergisst und freut sich über T-Shirts für 3 Euro…

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Lohnpolitik Modebranche

25. Mai 2017

Vor vielen Jahren bin ich beim Lesen einer christlichen Frauenzeitschrift über einen kleinen Artikel gestoßen, der mich beschäftigt hat. Kürzlich habe ich gesehen, dass er mich sogar so sehr beschäftigt hat, dass ich ihn aufbewahrt habe. Es ging um die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Hier für Euch zur Info mal die Preiszusammensetzung einer Jeans (Quelle: Greenpeacemagazin, Textilfibel):

50% Einzelhandel, Verwaltung und Mehrwertsteuer

25% Markenname, Verwaltung und Werbung

13% Material und Gewinn der Fabrik im Billiglohnland

11% Transport,  Steuern und Import

1% ArbeiterIn

Würde die Arbeiterin also so entlohnt werden, dass sie von ihrem Lohn leben könnten, würde sich dies noch nicht mal großartig auf den Verkaufspreis auswirken! Darum sage ich hier, und in meinen Vorträgen: Ich fordere die Modebranche auf ihre Lohnpolitik zu verändern! Ich werde erst dann wieder Kleidung von konventionellen Marken kaufen, wenn sich die Situation in den Billiglohnländern verändert hat.

Bereits jetzt, nach wenigen aktiven Wochen habe ich über 2500 Besucher pro Monat auf meinem Blog. Daraus schließe ich, dass Euch das Thema „nachhaltige Kleidung“ wichtig ist. Ich bin überzeugt, wenn mehr Menschen klar Stellung beziehen und Fairantwortung übernehmen können wir etwas verändern.

Oder wie Sina Trinkwalder sagt:

„Was kann ich als einzelner schon ändern?“ fragte die Menschheit? „Alles“ sagte die Zuversicht.

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Wie ziehe ich mich nachhaltig an?

23. Mai 2017

Du möchtest Dich nachhaltig anziehen, weil Dir Ressourcenschonung, Müllvermeidung, Fairantwortung wichtig ist, weisst aber nicht was es für Möglichkeiten gibt? Hierzu gebe ich Dir heute Tipps.

  1. Gehe sorgfältig mit den Kleidungsstücken um, die Du schon besitzt, so dass sie lange halten. Repariere sie, wenn sie kaputt sind, nähe Knöpfe frisch an, bevor sie abfallen und verloren gehen, entferne Flecken, vermeide den Trockner, wasche sie nur wenn es nötig ist, und nur so lange und so heiß wie es sein muß, gebe ihnen ausreichend Platz im Schrank.
  2. Wähle beim Einkauf sorgfältig aus. Kaufe nur, was du wirklich brauchst, was Dir perfekt passt und Dir total gefällt.
  3. Kaufe Outfits, die eine gute Qualität haben. Gute Qualität kostet oft mehr, aber der Preis pro Nutzung ist letzten Endes geringer als bei schlechter Qualität. Ein T-Shirt für 4 Euro wird niemals länger als eine Saison halten.
  4. Trage Second Hand Kleidung. Wenn Du jetzt an muffige Second Hand Läden, oder überfüllte Flohmärkte denkst kann ich Dir sagen: Es gibt moderne Alternativen! Veranstalte eine Klamottentauschparty mit Deinen Freundinnen; schaue bei Ebay Kleinanzeigen und vereinbare einen Termin bei dem hin fährst und alles durchprobierst (oft räumt jemand seinen Kleiderschrank komplett auf, und verkauft mehr wie ein Stück), wenn Dir der Haushalt o.ä. unsympathisch ist, gehst Du einfach wieder; miete Kleidung (z.B. bei temporarywardrobe oder bei der Kleiderei)… Ich kaufe meine Second Hand Kleidung großteils im Second Hand Laden meines Vertrauens.
  5. Kaufe nachhaltige Kleidung. Dieser Punkt ist für mich der schwerste. Denn nachhaltig ist nicht zwangsläufig bio, und „Made in Europe“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Näherin von ihrem Lohn leben kann. Darum rate ich Dir: Recherchiere bevor Du kaufst. Wenn Du Zweifel hast schreib die Firma vorher an und bitte um Infos. Im Internet, z.B. auf Avocadostore gibt es viele nachhaltige Marken, was das Vergleichen leichter macht. Besonders gefällt mir, dass bei jedem Artikel steht, was diesen nachhaltig macht. So kannst Du abwägen was Dir wichtig ist.  Nachdem mich die Bücher von Sina Trinkwalder so beeindruckt haben möchte ich auch auf Manomama hinweisen. Hier würde ich mit gutem Gewissen ohne weitere Recherche einkaufen! Bisher habe ich weder bei Avocadostore noch bei Manomama etwas gekauft, da ich momentan einfach nichts brauche! 🙂
  6. Am radikalsten ist es natürlich den Kleidungskonsum runterzufahren in dem Du jeden Tag das gleiche anziehst. 

Zusammenfassen könnte man dies mit einem Zitat der Modeschöpferin Vivienne Westwood:                    Buy less. Choose well. Make it last.

Oder wie ich immer sage: Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das nicht produziert wird.

 

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Konsumverzicht | Mode

Vorteile Uniform – Warum ich jeden Tag das gleiche Outfit trage

21. Mai 2017

Ich trage ja nun seit 8 Monaten jeden Tag „Uniform“ im Büro. Meine Uniform besteht aus einer schwarzen Stoffhose, und einer Bluse, meistens hellblau, hellrosa oder weiß und schwarzen Schuhen. Uniform nenne ich dieses Outfit deswegen, weil es völlig ohne modisches Schnickschnack ist, unauffällig, neutral, praktisch, und jeden Tag eben fast gleich.

Die Vorteile freuen mich immer noch jeden Tag. Da die Uniform mir steht (Farbe und Schnitt) bin ich jeden Tag gut angezogen, und muss mir nie Gedanken machen, ob das Outfit angemessen ist. Der Schnitt ist bequem und es gibt keinen Tag, an dem ich denke „Uff, bin ich froh, wenn ich heute Abend aus der engen Hose oder so ähnlich draussen bin“. Die morgendliche Überlegung „passt diese Hose zu den Schuhen die ich heute anziehen will, welches  Accessoire sieht da gut dazu aus, ist die Farbe von der Handtasche gleich wie die der Hose…“ fällt total weg. Schrank auf, Uniform raus, Schrank zu, fertig.

Und der größte Vorteil: es ist ein nachhaltiges Outfit. Mir ist egal, ob im Juni quergestreift modern ist oder im August grellgelb in den Läden verkauft wird. Ich brauche nichts neues kaufen. Genial!

Wer sich nachhaltig anziehen möchte, und trotzdem keine Uniform tragen, für den gibt es tolle Alternativen. Hierzu findest Du hier mehr Infos.

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Mode

Klamottentauschparty

2. April 2017

Gestern habe ich die erste Klamottentauschparty meines Lebens veranstaltet. Und es war total genial! Wir waren 7 Frauen und jede hatte die Aufgabe mindestens 5 Teile zum tauschen und etwas zum essen mitzubringen. Somit hatten wir dann ein vielfältiges Buffet und ca. 60 Teile (Hosen, Oberteile, Blusen, Jacken, Blazer, Kleider, Röcke, Schuhe, Tücher, Gürtel, Schmuck, Handtaschen, Sonnenbrillen) da. Die besten Voraussetzungen für einen lustigen Abend. Während des Essens hat dann jede Frau Ihre Teile vorgestellt (was, woher, Größe, warum wirds abgegeben) und nach dem Essen begann das wilde und witzige Anprobieren. Am Ende hat jede etwas von sich losbekommen und jede hat etwas neues bekommen.  Was übrig ist, und die Besitzerin nicht mehr heim nehmen wollte werde ich jetzt zum Kleiderladen bringen. Für mich war es ein überdurchschnittlich erfolgreicher Abend. Ich habe jetzt 2 neue Jeans, 1 neue schwarze Hose für die Uniform (dabei musste ich in Läden immer in 20 Hosen schlüpfen bis mir was gepasst hat), 2 neue Blazer und ein paar Ankle Boots.

Anbei noch ein Bild der Kleiderstange (wir hatten so viele Sachen, daß wir befürchteten, daß sie zusammenbricht und sind auf einen weiteren Kleiderständer ausgewichen).

Was ich nächstes mal anders machen werde: Jeder Teilnehmerin einen Zettel und Stift hinlegen, damit man sich gleich beim vorstellen der Sachen aufschreiben kann, was man nachher probieren will (wir wussten am Ende nicht mehr was am Anfang vorgestellt wurde) und essen und anprobieren im gleichen Raum machen. Ich hatte jetzt 2 Räume als separate Umkleide vorgesehen, wurde dann aber gar nicht benötigt, letzten Endes haben sich alle dann irgendwann überall umgezogen.

Fazit: Ein großer Spaß, sehr kommunikativ und dabei noch nachhaltig! Tschakka! 

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Mode

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

1. April 2017

Ich bin überzeugt, daß ich ausreichend Klamotten habe. Ich meine, letzten Endes, ich hab 1 paar Beine, wieso brauche ich also mehr wie, sagen wir mal 3 Hosen… (naja bisher hab ich noch deutlich mehr wie 3 Hosen). Und der Großteil unserer Kleidung wird unter menschenunwürdigen Umständen produziert (hierzu werde ich noch häufiger schreiben), das möchte ich nicht länger unterstützen.

Wenn ich also in Shopping Laune gerate gehe ich normaler weise in den Second Hand Laden meines Vertrauens, aber manchmal kann ich mich trotz aller Selbstdisziplin nicht beherrschen und kaufe etwas Neues. Um nachvollziehen zu können was ich wann kaufe habe ich begonnen die Klamotten die ich neu kaufe (also nicht Second Hand) zu markieren. Ich hoffe es hilft mir noch mehr mich einzuschränken.Ausserdem kann ich so gut nachvollziehen wie haltbar welche Marke ist.

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Mode

Nein der Verführung

25. März 2017

Wisst ihr was die einfachste Möglichkeit ist keine neue Kleidung zu kaufen?

Nicht einkaufen zu gehen! 🙂

Mir fällt dies relativ leicht, da ich maximal 2x im Jahr in einer Fußgängerzone bin, und somit nichts sehe was ich kaufen könnte. Schwerer fällt es mir da online. Aus diesem Grund hab ich letzte Woche alle Newsletter abbestellt die ich per email von verschiedene Firmen bekommen habe, bei denen ich irgendwann mal was bestellt habe. Angenehm nicht ständig Werbeemails löschen zu müssen…

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Mode | Müllvermeidung

Flickwerk

5. März 2017

Die Jeans die ich gestern anhatte ist meine momentane Lieblingsjeans. Ich habe sie 2013 am Tag meiner Abschlußprüfung (Fachwirt) gekauft, und seither immer, wenn ich eine Jeans anhatte eben diese angehabt. Vor ein paar Wochen ist mit ihr passiert, was mir immer mit meinen Jeans passiert. Sie ist an der Sollbruchstelle gerissen (links am Po). Seltsamerweise ist das die Stelle an der alle meine Jeans irgendwann reißen. Schon „immer“. Zumindest erinnere mich, wie mir auf der Expo in Hanover beim bücken auch mal eine Jeans gerissen ist. Und das war schließlich schon vor 17 Jahren. Tja, da wegschmeißen der Jeans keine Option mehr ist hab ich sie meiner Mutter zum stopfen gegeben. Ich finde sie hat das toll gemacht. Klar, man sieht es, aber das macht mir nichts. Ich hoffe meine Mutter kann noch lange meine Kleidung stopfen. Aber irgendwann werde ich es wohl lernen müssen…

Seit gestern weiß ich übrigens von einem tollen Projekt, wo ich nächstes mal, wenn eine Jeans irreparabel kaputt ist hinschicken werde. http://www.bridgeandtunnel.de

Surf doch mal vorbei!

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