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Hirten, Jäger, Kritiker

17. August 2018

Dieses Buch habe ich in den letzten Tagen gelesen. Ehrlich gesagt hatte ich mir etwas mehr davon versprochen und habe mich somit bisle durchgequält. Ich hatte mit konkreteren „Lösungsvorschlägen“ gerechnet, allerdings war das vielleicht mein Fehler. Richard David Precht ist Deutschlands bekanntester Philosoph (und Philosophen machen nun mal keine Verbesserungsvorschläge, sondern philosophieren über Themen…) und beschreibt in seinem Buch eine Utopie für Deutschland. Also wie Deutschland im besten Fall im Jahr 2040 aussehen könnte. Wie wir dahin kommen können bleibt aber eben offen.

Wie immer verleihe ich es bei Interesse gerne!

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Löwen wecken

11. August 2018

Schon lange hat kein Buch mehr solche Gefühle in mir ausgelöst. Dabei klingt der Klappentext noch relativ harmlos: Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft.

Die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen schreibt offenkundig eine Geschichte über einen erfolgreichen Arzt und eine illegale Einwanderin. Aber sie schreibt auch über Moral, Anerkennung, Lüge, Zufall, Angst, Rassismus, Eifersucht, Chancen, Liebe und Hass.

Es gab während des lesens Stunden in denen ich nicht weiter lesen wollte, da mich das Verhalten der Protagonisten entsetzt hat, und es gab Stunden in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, weil ich wissen wollte wie es weiter geht.

Somit: Ein tolles Buch, das ich jederzeit gerne ausleihe.

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Wenn Männer mir die Welt erklären

7. August 2018

Kennt ihr auch diese Situation: Ein Mann erklärt Euch ausführlich ungefragt ein Thema, bzw. seine Sicht auf ein Thema. Unabhängig davon, ob es euch interessiert, oder ihr Euch in diesem Thema vielleicht besser auskennt als er.

So geht es mir manchmal, und so geht es Rebecca Solnit, der Autorin des Buchs „Wenn Männer mir die Welt erklären“. Gleich am Anfang des Buches erzählt sie eine entsprechende Geschichte. Der Großteil des Buches geht es aber dann um andere  feministische Themen (heißt es gibt auch keinen Ratschlag wie man mit Erklär-Männern umgehen sollte).  Das Buch ist interessant, aber über weite Strecken wurden Probleme angesprochen die ich nicht habe (z.B. körperliche Gewalt gegen Frauen). Mitgenommen hab ich aus dem Buch aber trotzdem 2 Dinge:

1.: Its a mans world! Und oft ist das für uns so selbstverständlich, dass es uns schon gar nicht mehr auffällt. Ein Beispiel aus dem Buch: Auf dem Campus einer Uni in den USA passierten nachts vermehrt Vergewaltigungen von Frauen. Die Maßnahme der Verwaltung die ergriffen wurde war ein Ausgehverbot für Frauen. Scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar und logisch. Der gleiche Effekt (Vergewaltigungen vermeiden) hätte aber auch durch eine Maßnahme erzielt werden können die nicht die Opfer „bestraft“ hätte, nämlich durch ein Ausgehverbot für Männer! Was kann ich tun, was könnt ihr tun, um Frauen besser in den Focus zu bekommen, damit die Sichtweise und Lebensweise von Frauen Beachtung findet? Ich denke es geht nur, wenn wir Verantwortung übernehmen. Verantwortung in der Politik, im Ehrenamt, im Beruf. Und das führt mich zu meinem 2. Punkt.

2. Wir können etwas verändern in dem wir sichtbar werden! Über Jahrhunderte waren Frauen in der Gesellschaft „unsichtbar“, teilweise tatsächlich unsichtbar (Arbeitsbereich zu Hause, oder z.B. durch „Verhüllung“ von Frauen), oder auch durch andere Punkte. Hier schreibt Rebecca Solnit z.B. über Ahnenstammbäume in denen teilweise nur die Männer genannt werden, oder auch ein ganz alltägliches Beispiel die Tradition dass Frauen den Nachnamen des Mannes annehmen und so ihre Geschichte“unsichtbar“ wird (in englisch sprachigen Ländern ist es ja heute teilweise noch so, dass Frauen nach der Heirat Frau Robert Müller heißen). In mir hat dieser Gedanke von Rebecca Solnit zweierlei ausgelöst. Erstens: bin ich sichtbar?  Und zweites: ich möchte andere Frauen sichtbar machen. Bin ich sichtbar? Ich denke ja. Auch dadurch, dass ich eine große Frau bin (175cm ist nicht klein). Vor allem bin ich aber hörbar. Auch in einer Gruppe Männer ergreife ich das Wort, mache auf meine Ideen aufmerksam, verteidige mich. Sicherlich manchmal noch ausbaufähig, aber schon mal nicht schlechte. Viel wichtiger ist aber, dass ich andere Frauen sichtbar mache. Ich habe mir vorgenommen in Besprechungen noch verstärkter auf die Redebeiträge von Frauen zu reagieren. Gute Ideen zu benennen und die Frau mit Namen anzusprechen. Ich denke dies ist eine Kleinigkeit, kann aber helfen, dass wir Frauen sichtbarer werden.

Was denkt ihr über diese 2. Punkte?

Das Buch leihe ich wie immer natürlich gerne aus!

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Die Menschheit hat den Verstand verloren

9. Mai 2018

Momentan lese ich die Tagebücher von Astrid Lindgren von 1939 – 1945. Am Tag des Überfalls auf Polen beginnt Astrid Lindgren Tagebuch zu schreiben. Durch die Neutralität Schwedens wird das Leben von Astrid Lindgren zwar nicht direkt vom Krieg beeinflußt, ihr Alltag aber durchaus. So schreibt sie zum Beispiel von Lebensmittelrationierungen, Übungen usw. aber hauptsächlich schreibt sie ihre Meinung zum aktuellen Kriegsgeschehen nieder. Und das ist wirklich interessant zu lesen. Ich tauche mit Astrid Lindgren ein in die Kriegsjahre und verfolge so das Geschehen aus einem Blickwinkel mit, den ich bisher nicht hatte. Zum Beispiel wird mir erst jetzt so richtig klar, wie verrückt es war, dass meine Großeltern in dieser Zeit Kinder in die Welt gesetzt haben!

Am meisten berührt mich aber Astrid Lindgrens Dankbarkeit. Um sie herum tobt der Krieg und sie kann sicher im neutralen Schweden leben. Sie ist sich dieses Privilegs bewusst. Das kommt in den Tagebüchern ganz klar raus. Ihre Aufschriebe diesbezüglich bringen mich zum Nachdenken über mein eigenes privilegiertes Leben. In vielen Ländern der Welt herrscht Krieg und Terror, und auch in Deutschland gibt es Menschen die in Armut und Angst leben. Das alles ist weit weg von meinem Alltag, und ich habe nichts dafür getan, dass ich so leben kann wie ich lebe. Auch ich empfinde dieses Privileg als Gnade.

 

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Allgemein | Lesenswert

NO LOGO

15. April 2018

Dieses Buch habe ich die letzten Wochen gelesen. Der „Klappentext“ hatte mich angesprochen: Die führende Intellektuelle unserer Zeit und Bestsellerautorin Naomi Klein offenbart die Machenschaften multinationaler Konzerne hinter der Fassade bunter Logos. Der von ihr propagierte Ausweg aus dem Markendiktat ist eine Auflehnung gegen die Täuschung der Verbraucher, gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, die Zerstörung der Natur und kulturellen Kahlschlag. Denn durch ihre Demystifizierung verlieren die großen, global agierenden Marken an Glanz und Macht – zum Wohle aller.

Leider hat mich das Buch nicht gefesselt und auch nicht überzeugt. In den Kapiteln  zum Thema „Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie“  gab es zwar Infos die ich noch nicht kannte, aber vieles war mir schon bekannt. Neu war mir, dass in manchen Produktionsbetrieben die Näherinnen eine Plastiktüte unter der Nähmaschine haben (hatten?), in die sie urinieren müssen, und dass es Betriebe gibt (gab?), in der eine benutze Monatshygiene vorgezeigt werden muß, damit Schwangere schnellstmöglich rausgeworfen werden können.

Ein Aspekt aus dem Buch war mir bisher aber noch nicht so klar, nämlich der, dass die Big Player der Modeindustrie gar keine Produktionsunternehmen mehr sind, und somit keine großen Arbeitgeber (ausser für Designer und Verwaltung, aber nicht für Arbeitnehmer in der Produktion), sondern alle Artikel nur von Fremdfirmen zugekauft und mit dem Logo versehen werden. Naomi Klein nennt dies „Signierung von Textilien“.

Über lange Strecken fand ich das Buch aber einfach nur langweilig. Das lag großteils daran, dass es schon 1999 herauskam und alle Beispiele und Fakten aus den Jahren 1995 bis 1998 sind. Somit habe ich mir ständig die Frage gestellt „und wie ist die Situation heute?“.  Darüberhinaus fand ich es zu detailliert geschrieben und sehr langatmig.

Ich schenke es gerne weiter, falls jemand von Euch (trotzdem noch) Interesse daran habt gebt mir einfach Bescheid. 🙂

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Eine kurze Geschichte der Menschheit

2. März 2018

Habt ihr „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ schon gelesen? Ein beeindruckendes Buch. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari wirft in dieser populärwissenschaftlichen Abhandlung Fragen auf und bringt mich zum nachdenken und staunen.

„Der Mensch hat die Fähigkeit zu schöpferischem und zu zerstörerischem Handeln wie kein anderes Lebewesen. Und die Menschheit steht jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus gehen will (Klappentext).“

Die nächsten Tage wird es immer wieder Zitate aus diesem Buch für euch geben.

Und wer sich jetzt wunder wie ich als Christin Schöpfung und Evolution vereinen kann, spricht (oder schreibt) mich am besten mal an!

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Das antikapitalistische Buch der Mode

3. Januar 2018

Momentan les ich dieses Buch. Es steht schon lange auf meiner Leseliste und jetzt hab ich es endlich gekauft.  Tansy E. Hoskins ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt für den Londoner Guardian über Mode und soziale Gerechtigkeit. Das Buch ist wie ein Grundwerk zu all den Themen die mich im Hinblick auf Mode beschäftigen. Es ist kurzweilig zu lesen, obwohl es so voller Fakten steckt (bis zu über 60 Quellenangaben pro Kapitel!). Es bestärkt mich in meiner Lebensweise im Hinblick auf Kleidung. Und das tut mir gerade gut. Denn natürlich denke ich oft: „Was kann ich schon ausrichten? Macht es in meiner kleinen Welt (und für die meisten Frauen auf dieser Welt lebe ich in luxuriösen Umständen!) überhaupt einen Unterschied dass ich mich aus dem Modediktat befreit habe?“

Tansy E. Hoskins rüttelt mich erneut auf weiter zu machen, weiter von den Alternativen zu berichten, davon wie es mir damit geht, und so hoffentlich andere Frauen zum mitmachen zu bewegen.

Die nächsten Tage wird es immer wieder Zitate aus diesem Buch geben, heute fange ich an mit einem Zitat von William Gibson, dem Erfinder des Ausdrucks „Cyberspace“: Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur noch nicht gleichmässig verteilt.

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Lesenswert | Müllvermeidung

„Besser leben ohne Plastik“

17. November 2017

Von diesem Buch hab ich schon öfter in „einschlägigen“ Blogs gelesen, und habe es jetzt endlich auch gelesen. Es ist sehr übersichtlich und leicht zu lesen. Am Anfang gibt es grundsätzliche Informationen in Kapiteln wie z.B. „Wie gelangen die Schadstoffe in unseren Körper?“ oder „Verstecktes Plastik“ (Wusstet ihr, dass Kassenzettel Weichmacher enthalten? Das Buch empfiehlt darum nach jedem Einkauf Hände zu waschen!). Dann folgen Kapitel in denen es für verschiedene Lebensbereiche Tipps gibt wie Plastik vermieden werden kann, z.B. „Putzen und Spülen“ (inkl. Rezepten für Putzmittel) oder „Wohnen und Renovieren“. Danach kommen 16 Rezepte für plastikfreie Lebensmittel, von dem ich nächste Woche die Karamellbonbons probieren möchte. Den Abschluss bilden FAQs und Links.

Ich habe das Buch gerne gelesen, und habe auch einiges neues gelernt. Besonders empfehle ich das Buch allerdings Konsumenten die sich noch nicht viel mit dem Thema Müllvermeidung beschäftigt haben.

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Wir sind die Mehrheit

18. Oktober 2017

In den letzten Tagen habe ich das Buch „Wir sind die Mehrheit – für eine Offene Gesellschaft“ von Harald Welzer gelesen. Es ist erst das zweite Buch, das ich von Harald Welzer lese (das erste war „selbst denken“)  aber es trifft mich wieder und rüttelt auf. Im Klappentext heisst es „Die Offene Gesellschaft wird angegriffen und die Politik reagiert katastrophal falsch: Statt die demokratische Mehrheit im Land zu stützen, lässt sie sich die Themen von Neurechten und Populisten diktieren. Demokratie und Freiheit gibt es nur dann, wenn genug Menschen für sie eintreten. Dieses Buch liefert die Argumente dafür.“

Mir gefällt die klare Art wie Welzer argumentiert. Um die Dimensionen der „Flüchtlingswelle“ zu verdeutlichen benutzt er z.B. dieses Bild: 510 Menschen sitzen in einem Saal um einen Vortrag anzuhören und der Saal ist voll. Und 3 weitere möchten dazu, dann sagt man denen doch nicht, dass sie draussen bleiben sollen, sondern, dann macht man denen Platz. Das gebietet der Anstand. Im gleichen Verhältnis kamen bisher Flüchtlinge nach Deutschland…

Die Kapitel des Buches enden immer mit einer Regel. In den nächsten Tagen werde ich diese hier zitieren.

 

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Wieviel geben wir preis?

4. Oktober 2017

Ich habe in den letzten Wochenenden das Buch „Der Circle“ verschlungen! Ich lege Euch ans Herz es zu lesen. Der Film kommt zwar auch im Kino, aber wie ich gehört habe geht er nicht so schlecht aus wie das Buch. Und das Buch schockiert wirklich bis zur letzten Sekunde. Die Story hat mich sehr zum nachdenken angeregt. Darüber was ich preis gebe, wem ich im Netz was erzähle, worüber ich blogge, was ich like, wie ich bezahle, wo ich online bin… Und natürlich darüber wo und wie diese Daten gespeichert, verwertet, verkauft, benutzt werden… Kein einfaches Thema, aber Fragen denen wir uns stellen müssen!

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