Lesenswert

Die Menschheit hat den Verstand verloren

9. Mai 2018

Momentan lese ich die Tagebücher von Astrid Lindgren von 1939 – 1945. Am Tag des Überfalls auf Polen beginnt Astrid Lindgren Tagebuch zu schreiben. Durch die Neutralität Schwedens wird das Leben von Astrid Lindgren zwar nicht direkt vom Krieg beeinflußt, ihr Alltag aber durchaus. So schreibt sie zum Beispiel von Lebensmittelrationierungen, Übungen usw. aber hauptsächlich schreibt sie ihre Meinung zum aktuellen Kriegsgeschehen nieder. Und das ist wirklich interessant zu lesen. Ich tauche mit Astrid Lindgren ein in die Kriegsjahre und verfolge so das Geschehen aus einem Blickwinkel mit, den ich bisher nicht hatte. Zum Beispiel wird mir erst jetzt so richtig klar, wie verrückt es war, dass meine Großeltern in dieser Zeit Kinder in die Welt gesetzt haben!

Am meisten berührt mich aber Astrid Lindgrens Dankbarkeit. Um sie herum tobt der Krieg und sie kann sicher im neutralen Schweden leben. Sie ist sich dieses Privilegs bewusst. Das kommt in den Tagebüchern ganz klar raus. Ihre Aufschriebe diesbezüglich bringen mich zum Nachdenken über mein eigenes privilegiertes Leben. In vielen Ländern der Welt herrscht Krieg und Terror, und auch in Deutschland gibt es Menschen die in Armut und Angst leben. Das alles ist weit weg von meinem Alltag, und ich habe nichts dafür getan, dass ich so leben kann wie ich lebe. Auch ich empfinde dieses Privileg als Gnade.

 

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Allgemein | Lesenswert

NO LOGO

15. April 2018

Dieses Buch habe ich die letzten Wochen gelesen. Der „Klappentext“ hatte mich angesprochen: Die führende Intellektuelle unserer Zeit und Bestsellerautorin Naomi Klein offenbart die Machenschaften multinationaler Konzerne hinter der Fassade bunter Logos. Der von ihr propagierte Ausweg aus dem Markendiktat ist eine Auflehnung gegen die Täuschung der Verbraucher, gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, die Zerstörung der Natur und kulturellen Kahlschlag. Denn durch ihre Demystifizierung verlieren die großen, global agierenden Marken an Glanz und Macht – zum Wohle aller.

Leider hat mich das Buch nicht gefesselt und auch nicht überzeugt. In den Kapiteln  zum Thema „Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie“  gab es zwar Infos die ich noch nicht kannte, aber vieles war mir schon bekannt. Neu war mir, dass in manchen Produktionsbetrieben die Näherinnen eine Plastiktüte unter der Nähmaschine haben (hatten?), in die sie urinieren müssen, und dass es Betriebe gibt (gab?), in der eine benutze Monatshygiene vorgezeigt werden muß, damit Schwangere schnellstmöglich rausgeworfen werden können.

Ein Aspekt aus dem Buch war mir bisher aber noch nicht so klar, nämlich der, dass die Big Player der Modeindustrie gar keine Produktionsunternehmen mehr sind, und somit keine großen Arbeitgeber (ausser für Designer und Verwaltung, aber nicht für Arbeitnehmer in der Produktion), sondern alle Artikel nur von Fremdfirmen zugekauft und mit dem Logo versehen werden. Naomi Klein nennt dies „Signierung von Textilien“.

Über lange Strecken fand ich das Buch aber einfach nur langweilig. Das lag großteils daran, dass es schon 1999 herauskam und alle Beispiele und Fakten aus den Jahren 1995 bis 1998 sind. Somit habe ich mir ständig die Frage gestellt „und wie ist die Situation heute?“.  Darüberhinaus fand ich es zu detailliert geschrieben und sehr langatmig.

Ich schenke es gerne weiter, falls jemand von Euch (trotzdem noch) Interesse daran habt gebt mir einfach Bescheid. 🙂

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Lesenswert

Eine kurze Geschichte der Menschheit

2. März 2018

Habt ihr „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ schon gelesen? Ein beeindruckendes Buch. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari wirft in dieser populärwissenschaftlichen Abhandlung Fragen auf und bringt mich zum nachdenken und staunen.

„Der Mensch hat die Fähigkeit zu schöpferischem und zu zerstörerischem Handeln wie kein anderes Lebewesen. Und die Menschheit steht jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus gehen will (Klappentext).“

Die nächsten Tage wird es immer wieder Zitate aus diesem Buch für euch geben.

Und wer sich jetzt wunder wie ich als Christin Schöpfung und Evolution vereinen kann, spricht (oder schreibt) mich am besten mal an!

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Lesenswert

Das antikapitalistische Buch der Mode

3. Januar 2018

Momentan les ich dieses Buch. Es steht schon lange auf meiner Leseliste und jetzt hab ich es endlich gekauft.  Tansy E. Hoskins ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt für den Londoner Guardian über Mode und soziale Gerechtigkeit. Das Buch ist wie ein Grundwerk zu all den Themen die mich im Hinblick auf Mode beschäftigen. Es ist kurzweilig zu lesen, obwohl es so voller Fakten steckt (bis zu über 60 Quellenangaben pro Kapitel!). Es bestärkt mich in meiner Lebensweise im Hinblick auf Kleidung. Und das tut mir gerade gut. Denn natürlich denke ich oft: „Was kann ich schon ausrichten? Macht es in meiner kleinen Welt (und für die meisten Frauen auf dieser Welt lebe ich in luxuriösen Umständen!) überhaupt einen Unterschied dass ich mich aus dem Modediktat befreit habe?“

Tansy E. Hoskins rüttelt mich erneut auf weiter zu machen, weiter von den Alternativen zu berichten, davon wie es mir damit geht, und so hoffentlich andere Frauen zum mitmachen zu bewegen.

Die nächsten Tage wird es immer wieder Zitate aus diesem Buch geben, heute fange ich an mit einem Zitat von William Gibson, dem Erfinder des Ausdrucks „Cyberspace“: Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur noch nicht gleichmässig verteilt.

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Lesenswert | Müllvermeidung

„Besser leben ohne Plastik“

17. November 2017

Von diesem Buch hab ich schon öfter in „einschlägigen“ Blogs gelesen, und habe es jetzt endlich auch gelesen. Es ist sehr übersichtlich und leicht zu lesen. Am Anfang gibt es grundsätzliche Informationen in Kapiteln wie z.B. „Wie gelangen die Schadstoffe in unseren Körper?“ oder „Verstecktes Plastik“ (Wusstet ihr, dass Kassenzettel Weichmacher enthalten? Das Buch empfiehlt darum nach jedem Einkauf Hände zu waschen!). Dann folgen Kapitel in denen es für verschiedene Lebensbereiche Tipps gibt wie Plastik vermieden werden kann, z.B. „Putzen und Spülen“ (inkl. Rezepten für Putzmittel) oder „Wohnen und Renovieren“. Danach kommen 16 Rezepte für plastikfreie Lebensmittel, von dem ich nächste Woche die Karamellbonbons probieren möchte. Den Abschluss bilden FAQs und Links.

Ich habe das Buch gerne gelesen, und habe auch einiges neues gelernt. Besonders empfehle ich das Buch allerdings Konsumenten die sich noch nicht viel mit dem Thema Müllvermeidung beschäftigt haben.

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Lesenswert

Wir sind die Mehrheit

18. Oktober 2017

In den letzten Tagen habe ich das Buch „Wir sind die Mehrheit – für eine Offene Gesellschaft“ von Harald Welzer gelesen. Es ist erst das zweite Buch, das ich von Harald Welzer lese (das erste war „selbst denken“)  aber es trifft mich wieder und rüttelt auf. Im Klappentext heisst es „Die Offene Gesellschaft wird angegriffen und die Politik reagiert katastrophal falsch: Statt die demokratische Mehrheit im Land zu stützen, lässt sie sich die Themen von Neurechten und Populisten diktieren. Demokratie und Freiheit gibt es nur dann, wenn genug Menschen für sie eintreten. Dieses Buch liefert die Argumente dafür.“

Mir gefällt die klare Art wie Welzer argumentiert. Um die Dimensionen der „Flüchtlingswelle“ zu verdeutlichen benutzt er z.B. dieses Bild: 510 Menschen sitzen in einem Saal um einen Vortrag anzuhören und der Saal ist voll. Und 3 weitere möchten dazu, dann sagt man denen doch nicht, dass sie draussen bleiben sollen, sondern, dann macht man denen Platz. Das gebietet der Anstand. Im gleichen Verhältnis kamen bisher Flüchtlinge nach Deutschland…

Die Kapitel des Buches enden immer mit einer Regel. In den nächsten Tagen werde ich diese hier zitieren.

 

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Lesenswert

Wieviel geben wir preis?

4. Oktober 2017

Ich habe in den letzten Wochenenden das Buch „Der Circle“ verschlungen! Ich lege Euch ans Herz es zu lesen. Der Film kommt zwar auch im Kino, aber wie ich gehört habe geht er nicht so schlecht aus wie das Buch. Und das Buch schockiert wirklich bis zur letzten Sekunde. Die Story hat mich sehr zum nachdenken angeregt. Darüber was ich preis gebe, wem ich im Netz was erzähle, worüber ich blogge, was ich like, wie ich bezahle, wo ich online bin… Und natürlich darüber wo und wie diese Daten gespeichert, verwertet, verkauft, benutzt werden… Kein einfaches Thema, aber Fragen denen wir uns stellen müssen!

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Konsumverzicht | Lesenswert | Müllvermeidung

ZEIT Einsparung

29. September 2017

Ich habe schweren Herzens mein Zeit Abo gekündigt. Das Lesen der Zeit hat maßgeblich meine Aufmerksamkeit aufs nachhaltig sein gelenkt und mich verändert. In jeder Ausgabe gibt es Artikel die mich berühren, mich nachdenklich stimmen, mich traurig machen, und die mich so beschäftigen dass ich davon erzähle (oder blogge). Allerdings benötige ich jedes Wochenende ca. 4 Stunden um sie zu lesen. Und diese Zeit hab ich nicht immer, bzw. es fällt mir schwer sie mir zu nehmen und dann fühl ich mich schlecht, weil ich mir Druck mache sie lesen zu müssen. Gleichzeitig liegen hier aber ca. 6 tolle Bücher die ich lesen möchte und die mich sicher auch beschäftigen, ich komme aber nicht zum lesen.

Darum nun die Kündigung des Abos, und wenn ich ein ruhiges Wochenende vor mir habe kauf ich sie eben am Kiosk.

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Lesenswert

Endlich unbeschwert! Artikel von Meike Winnemuth

27. August 2017

Ich wurde auf einen tollen Artikel von Meike Winnemuth aufmerksam gemacht, den ich hier finden könnt.

Ein Zitat daraus: Man trennt sich  nicht von Sachen sondern von Selbstbildern, Sehnsüchten und wärmenden Illusionen.

Meike Winnemuth hat radikal gedownsized (was ist dafür wohl das deutsche Wort!?) und ist mit ihrer Entscheidung sehr glücklich. Im Artikel berichtet sie darüber.

Ich bin auf Meike Winnemuth schon länger aufmerksam geworden und zwar wegen Ihres Ausbruchs aus der Modefalle. Sie hat ein Experiment gemacht, und ein Jahr lang jeden Tag das gleiche blaue Kleid getragen (sie hatte mehrere davon) und eben im Winter anders kombiniert wie im Sommer. So musste sie eben nie überlegen was sie heute anziehen soll… Auch heute noch befinden sich in ihrem (kleinen) Kleiderschrank nur blaue Teile, da sie so einfacher kombinieren kann. Ich finde das ist auch eine tolle Idee für eine freiwillige Uniform!

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