Konsumverzicht

Ich kauf nix

16. Juni 2017

Ich sage ja: „Ich kaufe nichts mehr von konventionellen Marken, solange sich die Lohnsituation in den Herstellerländern nicht verbessert hat!“

Eine Bekannte hat mich nun auf einen Artikel aufmerksam gemacht. Es geht um eine Frau, die ein Jahr lang keine Kleider gekauft hat. Sie berichtet im Interview wie es ihr damit ging. Es sind einige interessante Gedankengänge drin, und ein Lösungsweg, den ich persönlich bisher gar nicht gehe, sie näht ihre Kleidung nämlich selbst! Auch spannend! Viel Spaß beim lesen! http://www.moderne-stilberatung.de/wie-365-tage-ohne-selbstsicher-und-stolz-machen/

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Konsumverzicht

Was das Verschwinden des Aralsees mit Kleiderkonsum zu tun hat

8. Juni 2017

Habt ihr Euch schon mal mit dem Aralsee beschäftigt, Artikel dazu gelesen oder eine Dokumentation geschaut? Der Aralsee war einmal der viertgrößte Binnensee der Welt. 126 Mal größer als der Bodensee. Inzwischen ist der Aralsee in mehrere kleinere Seen zerbrochen,  zwischendrin ist Wüste und die kleinen Seen werden auch immer kleiner und versalzen. Die Menschen in der Region sehen einer Trinkwasserknappheit ungeahnten Ausmasses entgegen. Die seit etwa 1960 startende Austrocknung des Sees stellt weltweit eine der größten von Menschen verursachten Umweltkatastrophen dar.

Der Hintergrund ist, dass das umliegende Land exzessiv für den Baumwollanbau benutzt wurde. Die Flüsse die den See speisten wurden umgeleitet um das Land zu bewässern, immer weniger Wasser gelangte  in den See, logische Folge: der See trocknete aus.

Baumwolle ist eine sehr durstige Pflanze. Um ein Kilo Baumwolle zu produzieren werden zwischen 10.000 und 17.000 Liter Wasser benötigt! Für eine normale Jeans, die ca. 800 Gramm wiegt, werden somit ca. 8.000 Liter Wasser allein für die Baumwollproduktion benötigt. Weitere ca. 1000 Liter werden für die Produktion der Jeans benötigt (färben, waschen, bleichen usw).

Ich bitte Euch, überlegt bevor ihr kauft! Übernehmt Fairantwortung für Euer Handeln.

Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das nicht produziert wird!

Hier findet ihr einen interessanten Artikel über eine NGO die der Entwicklung am Aralsee versucht entgegenzuwirken.

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Einmischen | Konsumverzicht | Mode

Bündnis für nachhaltige Textilien

7. Juni 2017

Heute schreibe ich über das „Bündnis für nachhaltige Textilien“.

Nachdem am 24. April 20143 der Gebäude Komplex Rana Plaza in Bangladesh eingestürzt ist, bei dem  1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden gab es einen großen Aufschrei in der Bevölkerung. Modelabels und die Bundesregierung mussten handeln. Diverse Bündnisse wurden gegründet, z.B. das Textilbündnis. Das ist, was  sich das Textilbündnis auf die Fahnen schreibt: Das klingt ja erst mal gut.

Die Multi-Stakeholder Initiative, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Standardorganisationen und Gewerkschaften, wird die Kraft und Expertise seiner Mitglieder bündeln, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. Dabei zielt das Textilbündnis darauf ab, gemeinsame Herausforderungen effektiver zu lösen, Synergien in gemeinsamen Projekten vor Ort zu nutzen, voneinander zu lernen und so Rahmenbedingungen in den Produktionsländern zu verbessern.

Das klingt ja erst mal gut. Ich habe dann genauer recherchiert und herausgefunden, dass 150 Labels teilnehmen, und es einen Aktionsplan gibt in dem geregelt wird wie die definierten Ziele erreicht werden. Und dann habe ich aufmerksam den Aktionsplan gelesen. Und es steht nichts drin! Kein einziges konkretes Ziel. Ein konkretes Ziel ist für mich: wer macht was bis wann.

Mein nachfragen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die sozusagen „Schirmherren“ sind ergab folgende Antwort: 150 Mitglieder haben bis 31.3. 2017 ihre sog. „Roadmap“ abgegeben. (…)  konkrete Ziele und Maßnahmen festgelegt, die sie bis Ende 2017 erreichen wollen. (…) Als Ministerium haben wir derzeit (noch) keine Einsicht in die Roadmaps der anderen Bündnismitglieder. Der Prozess der Auswertung hat eben erst begonnen und die Eintragungen für 2017 werden derzeit einer Plausibilitätsprüfung durch den unabhängigen Dritten unterzogen. Die Roadmap der Bundesregierung wird vorauss. zur Jahresmitte veröffentlicht (wir müssen noch die Rückmeldung der Plausibilitätsprüfer abwarten). Nicht alle Bündnismitglieder werden die Roadmaps veröffentlichen, denn verpflichtend veröffentlicht werden müssen die Roadmaps erst nächstes Jahr. Aber die, die die Roadmaps öffentlich machen, werden sie auf ihre Unternehmenswebsite stellen. Sie werden zudem auf www.textilbuendnis.com im Lauf des Sommers voraussichtlich veröffentlicht werden.

Also kurz gesagt: Hunderte Tote in der Textilindustrie 2013, dann große Trauer und Bestürzung und bis Ende 2017 passiert nichts! Provokant gesagt: Wieso auch. Das Unglück ist schon 4 Jahre her, der Konsument vergisst und freut sich über T-Shirts für 3 Euro…

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Allgemein | Konsumverzicht | Mode

Wie ziehe ich mich nachhaltig an?

23. Mai 2017

Du möchtest Dich nachhaltig anziehen, weil Dir Ressourcenschonung, Müllvermeidung, Fairantwortung wichtig ist, weisst aber nicht was es für Möglichkeiten gibt? Hierzu gebe ich Dir heute Tipps.

  1. Gehe sorgfältig mit den Kleidungsstücken um, die Du schon besitzt, so dass sie lange halten. Repariere sie, wenn sie kaputt sind, nähe Knöpfe frisch an, bevor sie abfallen und verloren gehen, entferne Flecken, vermeide den Trockner, wasche sie nur wenn es nötig ist, und nur so lange und so heiß wie es sein muß, gebe ihnen ausreichend Platz im Schrank.
  2. Wähle beim Einkauf sorgfältig aus. Kaufe nur, was du wirklich brauchst, was Dir perfekt passt und Dir total gefällt.
  3. Kaufe Outfits, die eine gute Qualität haben. Gute Qualität kostet oft mehr, aber der Preis pro Nutzung ist letzten Endes geringer als bei schlechter Qualität. Ein T-Shirt für 4 Euro wird niemals länger als eine Saison halten.
  4. Trage Second Hand Kleidung. Wenn Du jetzt an muffige Second Hand Läden, oder überfüllte Flohmärkte denkst kann ich Dir sagen: Es gibt moderne Alternativen! Veranstalte eine Klamottentauschparty mit Deinen Freundinnen; schaue bei Ebay Kleinanzeigen und vereinbare einen Termin bei dem hin fährst und alles durchprobierst (oft räumt jemand seinen Kleiderschrank komplett auf, und verkauft mehr wie ein Stück), wenn Dir der Haushalt o.ä. unsympathisch ist, gehst Du einfach wieder; miete Kleidung (z.B. bei temporarywardrobe oder bei der Kleiderei)… Ich kaufe meine Second Hand Kleidung großteils im Second Hand Laden meines Vertrauens.
  5. Kaufe nachhaltige Kleidung. Dieser Punkt ist für mich der schwerste. Denn nachhaltig ist nicht zwangsläufig bio, und „Made in Europe“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Näherin von ihrem Lohn leben kann. Darum rate ich Dir: Recherchiere bevor Du kaufst. Wenn Du Zweifel hast schreib die Firma vorher an und bitte um Infos. Im Internet, z.B. auf Avocadostore gibt es viele nachhaltige Marken, was das Vergleichen leichter macht. Besonders gefällt mir, dass bei jedem Artikel steht, was diesen nachhaltig macht. So kannst Du abwägen was Dir wichtig ist.  Nachdem mich die Bücher von Sina Trinkwalder so beeindruckt haben möchte ich auch auf Manomama hinweisen. Hier würde ich mit gutem Gewissen ohne weitere Recherche einkaufen! Bisher habe ich weder bei Avocadostore noch bei Manomama etwas gekauft, da ich momentan einfach nichts brauche! 🙂
  6. Am radikalsten ist es natürlich den Kleidungskonsum runterzufahren in dem Du jeden Tag das gleiche anziehst. 

Zusammenfassen könnte man dies mit einem Zitat der Modeschöpferin Vivienne Westwood:                    Buy less. Choose well. Make it last.

Oder wie ich immer sage: Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das nicht produziert wird.

 

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Konsumverzicht | Mode

Vorteile Uniform – Warum ich jeden Tag das gleiche Outfit trage

21. Mai 2017

Ich trage ja nun seit 8 Monaten jeden Tag „Uniform“ im Büro. Meine Uniform besteht aus einer schwarzen Stoffhose, und einer Bluse, meistens hellblau, hellrosa oder weiß und schwarzen Schuhen. Uniform nenne ich dieses Outfit deswegen, weil es völlig ohne modisches Schnickschnack ist, unauffällig, neutral, praktisch, und jeden Tag eben fast gleich.

Die Vorteile freuen mich immer noch jeden Tag. Da die Uniform mir steht (Farbe und Schnitt) bin ich jeden Tag gut angezogen, und muss mir nie Gedanken machen, ob das Outfit angemessen ist. Der Schnitt ist bequem und es gibt keinen Tag, an dem ich denke „Uff, bin ich froh, wenn ich heute Abend aus der engen Hose oder so ähnlich draussen bin“. Die morgendliche Überlegung „passt diese Hose zu den Schuhen die ich heute anziehen will, welches  Accessoire sieht da gut dazu aus, ist die Farbe von der Handtasche gleich wie die der Hose…“ fällt total weg. Schrank auf, Uniform raus, Schrank zu, fertig.

Und der größte Vorteil: es ist ein nachhaltiges Outfit. Mir ist egal, ob im Juni quergestreift modern ist oder im August grellgelb in den Läden verkauft wird. Ich brauche nichts neues kaufen. Genial!

Wer sich nachhaltig anziehen möchte, und trotzdem keine Uniform tragen, für den gibt es tolle Alternativen. Hierzu findest Du hier mehr Infos.

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Konsumverzicht | Müllvermeidung

Reparatur – grüne Schuhe

3. Mai 2017

Schuhe sind für mich ein echt schwieriges Thema. Das hat verschiedene Gründe:

  1. Ich als Vegetarierin sollte eigentlich auch auf Leder verzichten. Das wäre zumindest logisch.
  2. Meinen Konsumverzicht, und somit das Tragen von hauptsächlich Second Hand Kleidung, kann ich bei Schuhen nicht ausleben, da es in meinem Second Hand Laden kaum Schuhe gibt.
  3. Beides würde dazu führen, dass ich „Bio“ Schuhe tragen sollte (da gibt es ja auch viele Marken), aber diese müsste ich entweder im Internet bestellen (was ich momentan ja auch vermeide, sondern lokal kaufe), oder sehr weit zum nächsten Händler fahren (was ich auch nicht möchte).

Darum kaufe ich seit ein paar Jahren lokal „gute“ Schuhe, sprich welche, die nicht nur eine Saison halten, wie z.B. Gabor oder Tamaris. Ja, ich weiss beide Marken produzieren unter schlechten Bedingungen und das Leder wurde mit „Gift“ gegerbt. Um aber trotzdem nachhaltig zu sein trage ich Schuhe dann eben lange, sprich ich pflege sie so gut es geht (ich hasse Schuheputzen!!!), und wenn sie kaputt sind bringe ich sie zum Schuster. So hatte ich auch diese Woche mal wieder 2 Paar dort, und zwar meine „privaten Winterschuhe“ und „meine privaten Sommerschuhe“. Ich habe um meinen Bedarf zu reduzieren und somit noch weniger zu kaufen auch auf Uniform Schuhe umgestellt. Zwar habe ich auch noch viele andere Paare (die ich halt schon ewig hab), aber die trag ich dann zu „besonderen Anlässen“. In beide Schuhe habe ich 35 Euro investiert, und so kann ich sie mindestens nochmal eine Saison tragen.

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