Einmischen | Konsumverzicht | Mode

Bündnis für nachhaltige Textilien

7. Juni 2017

Heute schreibe ich über das „Bündnis für nachhaltige Textilien“.

Nachdem am 24. April 20143 der Gebäude Komplex Rana Plaza in Bangladesh eingestürzt ist, bei dem  1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden gab es einen großen Aufschrei in der Bevölkerung. Modelabels und die Bundesregierung mussten handeln. Diverse Bündnisse wurden gegründet, z.B. das Textilbündnis. Das ist, was  sich das Textilbündnis auf die Fahnen schreibt: Das klingt ja erst mal gut.

Die Multi-Stakeholder Initiative, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Standardorganisationen und Gewerkschaften, wird die Kraft und Expertise seiner Mitglieder bündeln, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. Dabei zielt das Textilbündnis darauf ab, gemeinsame Herausforderungen effektiver zu lösen, Synergien in gemeinsamen Projekten vor Ort zu nutzen, voneinander zu lernen und so Rahmenbedingungen in den Produktionsländern zu verbessern.

Das klingt ja erst mal gut. Ich habe dann genauer recherchiert und herausgefunden, dass 150 Labels teilnehmen, und es einen Aktionsplan gibt in dem geregelt wird wie die definierten Ziele erreicht werden. Und dann habe ich aufmerksam den Aktionsplan gelesen. Und es steht nichts drin! Kein einziges konkretes Ziel. Ein konkretes Ziel ist für mich: wer macht was bis wann.

Mein nachfragen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die sozusagen „Schirmherren“ sind ergab folgende Antwort: 150 Mitglieder haben bis 31.3. 2017 ihre sog. „Roadmap“ abgegeben. (…)  konkrete Ziele und Maßnahmen festgelegt, die sie bis Ende 2017 erreichen wollen. (…) Als Ministerium haben wir derzeit (noch) keine Einsicht in die Roadmaps der anderen Bündnismitglieder. Der Prozess der Auswertung hat eben erst begonnen und die Eintragungen für 2017 werden derzeit einer Plausibilitätsprüfung durch den unabhängigen Dritten unterzogen. Die Roadmap der Bundesregierung wird vorauss. zur Jahresmitte veröffentlicht (wir müssen noch die Rückmeldung der Plausibilitätsprüfer abwarten). Nicht alle Bündnismitglieder werden die Roadmaps veröffentlichen, denn verpflichtend veröffentlicht werden müssen die Roadmaps erst nächstes Jahr. Aber die, die die Roadmaps öffentlich machen, werden sie auf ihre Unternehmenswebsite stellen. Sie werden zudem auf www.textilbuendnis.com im Lauf des Sommers voraussichtlich veröffentlicht werden.

Also kurz gesagt: Hunderte Tote in der Textilindustrie 2013, dann große Trauer und Bestürzung und bis Ende 2017 passiert nichts! Provokant gesagt: Wieso auch. Das Unglück ist schon 4 Jahre her, der Konsument vergisst und freut sich über T-Shirts für 3 Euro…

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Pariser Klimaschutzabkommen

4. Juni 2017

Trump steigt aus! Diese Meldung hat diese Woche die Welt beschäftigt.

Jetzt frag ich aber mal ganz provokant: Ist Deutschland überhaupt richtig eingestiegen? Oder haben wir nur Verträge unterzeichnet und loben uns, und die andren Länder dafür gegenseitig?

Anfang April kam die Meldung, dass Deutschland in den Monaten Januar bis März das komplette Jahresbudget an CO2 für 2017 aufgebraucht hatte. Hier habe ich darüber geschrieben. Diese Tatsache lässt mich daran zweifeln, dass wir viel erfolgreiche sind als die USA. Um hierüber Klarheit zu bekommen habe ich nun dem Bundesumweltministerium eine email geschrieben. Frage: Was sind die konkreten Ziele (SMART Formel!) um mit dem Budget auszukommen.

Bin gespannt welche Antwort ich bekomme!

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Einmischen | Müllvermeidung

Verbesserungsvorschlag II

30. Mai 2017

Ich habe schon wieder einen Verbesserungsvorschlag eingereicht…

Und zwar haben wir eine neue Vorlage für unsere Firmen PowerPoint Präsentation. Und diese hat nicht mehr wie bisher, einen weißen Hintergrund, sondern einen leicht grauen Farbverlauf. Sprich, wenn man die Präsentation ausdruckt wird mehr Druckfarbe benutzt als bisher. Und bei uns werden SEHR viele Präsentationen gemacht, und diese SEHR häufig ausgedruckt…

Mein Vorschlag den Hintergrund wieder weiß zu machen wurde zwar leider abgelehnt (aufgrund der corporate identity), allerdings hatte ich ein offenes und motivierendes Telefonat mit unserem Leiter Unternehmenskommunikation und dadurch eine Idee für einen anderen, umfassenderen Verbesserungsvorschlag… 🙂 Ich halte euch auf dem Laufenden…

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Antwort von C&A

10. Mai 2017

Ich habe mich doch vor ein paar Wochen bei C&A über die blöde Werbung „Nichts gibt mir so sehr das Gefühl etwas Besonderes zu sein wie das perfekte Kleid“ beschwert.

Anbei die leider total nichts sagende Antwort, die in keinem Wort auf mein Anliegen eingeht.

Sehr geehrte Frau Reif,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre offenen Worte.

Rückmeldungen und Anregungen unserer Kunden, sowohl Lob als auch Kritik, sind uns sehr wichtig, denn nur dadurch haben wir die Möglichkeit, unseren Service und unsere Leistungen stetig für unsere Kunden zu optimieren.

Daher haben wir Ihre Kritik bereits der zuständigen Fachabteilung weitergeleitet und bedanken uns in diesem Zusammenhang für Ihre Unterstützung.

Abschließend möchten wir uns im Namen von C&A für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigen. Wir hoffen, Sie in Zukunft mit unseren Produkten und unserem Service überzeugen zu können.

Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr C&A Online Shop
Neslin Jenisch

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CundA

21. April 2017

Die Werbung von C&A hat mich so aufgeregt, daß ich ihnen folgende email geschrieben habe.

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute habe ich Ihre Werbung mit o.g. Slogan gesehen. 

Diese Aussage ist eine Beleidigung für jede Frau. Oder anders ausgedrückt. Wenn ich nicht das Gefühl habe etwas Besonderes zu sein sollte ich mir nicht ein neues Kleid kaufen sondern einen guten Seelsorger, Berater oder Psychotherapeut konsultieren!

Ich fordere Sie auf diesen Slogan zu ändern und Frauen Wertschätzung gegenüber zu bringen.
 
Beste Grüße Annette Reif
Ich würde mich freuen, wenn ihr auch eine email schickt. Anbei die email Adresse: service@shop-cunda.de

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Allgemein | Einmischen

mal wieder: Fleisch

6. April 2017

Die letzten Tage habe ich mich mal wieder mit dem Thema Fleisch beschäftigt. Seit über einem Jahr esse ich nun schon kein Fleisch mehr. Der Hauptgrund hierfür war, daß ich die Situation in „Fleischfabriken“ in denen Tiere produziert werden nicht mehr unterstützen wollte. Und Bio Fleisch war mir bisher zu teuer, bin halt doch auch geizig.

Aufgrund der kommenden Grill-Saison habe ich mich heute aber mal wieder mit dem Thema beschäftigt, da ich grundsätzlich schon gerne mal wieder Fleisch essen würde.

Auf folgenden Seiten habe ich heute mal recherchiert:

Bio-Siegel: Was haben die Tiere davon?

Noch konkreter wird diese Seite: http://www.biowahrheit.de

Und ich bin auf http://www.qualivo.de/index.php gestoßen. Seltsamerweise klingt die Homepage von Qualivo am meisten nach „tierfreundlicher Haltung“, obwohl sie nicht Bio zertifiziert sind.

Nun bin ich vollkommen verwirrt und habe beschlossen mal Qualivo anzuschreiben ob ich mal einen Betrieb in der Nähe besichtigen darf, und werde das gleich mit einem Bioland Betrieb in der Nähe machen!

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Anfragen an die örtliche Gemeinde

3. April 2017

Ich habe mich kürzlich sehr über die Müllverschmutzung in unserer Gemeinde geärgert und daraufhin diese email ans Rathaus geschrieben:

Guten Abend!

Am Parkplatz XY zwischen X und Y steht seit einigen Wochen kein Mülleimer mehr.
Dadurch ist der Parkplatz und die Umgebung noch vermüllter wie sonst.
Kann dort bitte wieder ein Mülleimer aufgestellt werden?
Zu diesem Thema habe ich noch eine Frage: Als ich Kind war wurde 1x im Jahr eine Bachputzete durchgeführt. Gibt es so etwas eigentlich heute auch noch? Ich finde es ist bei uns momentan sehr vermüllt, was schade ist.
Vielen Dank!
Nun kam die Antwort die mich sehr freut:

Sehr geehrte Frau Reif,

vielen Dank für Ihren Hinweis.

Der alte Mülleimer wurde leider so kaputt gemacht, dass er abgebaut werden musste. Ein neuer ist bereits bestellt und wird in Kürze von unserem Bauhof aufgestellt werden. Im gleichen Zug wird dann auch der Müll entfernt werden.

Ich möchte auch noch die 2. Frage Ihrer Mail bezüglich der Bachputzete beantworten.

Hier wird die Schule in den nächsten Wochen wieder eine Aktion starten – diese befand sich Mitte März noch in der Planung und wir mussten uns hierzu auch erst erkundigen. Wir freuen uns, dass die Schule dies wieder organisiert und wir uns auf eine saubere Gemeinde freuen dürfen.

Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Anregungen und wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Rathaus

Natürlich hat meine mail weder dafür gesorgt, daß der Mülleimer wieder aufgestellt wird, noch, daß die Bachputzete durchgeführt wird, aber ich bin überzeugt, daß es die Gemeinde interessiert, daß es Bewohner gibt, die ein Auge darauf haben was rundum geschieht, anstatt etwas nur hinzunehmen.

Darum möche ich Euch mal wieder ermuntern euch auch bei Verantwortlichen zu melden, wenn euch etwas stört. Natürlich auch, wenn euch etwas freut! Ich werde nun eine Antwort mail ans Rathaus schicken und mich bedanken…

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Einmischen | Müllvermeidung

Keramik vs. Kunststoff

31. März 2017

Bei uns im Geschäft werden täglich über 4500 Kunststoff Kaffebecher benutzt. Nachdem ich das herausgefunden hatte habe ich folgenden Verbesserungsvorschlag gemacht: Der Kaffe ist billiger wenn ein Keramikbecher benutzt wird, um so die Umwelt zu schonen. Mein Verbesserungsvorschlag wurde abgelehnt. Als Begründung wurde eine Studie von 2012 genannt, aus der hervorgeht, daß der Keramikbecher nur dann ökologischer ist, wenn er nur nach jedem 5. Gebrauch gespült wird und grundsätzlich mehr wie 3000 mal benutzt wird. Ansonsten ist der Plastikbecher ökologischer, da er in der Herstellung weniger Energie verbraucht, und durch das höhere Gewicht im Transport mehr Kraftstoff verbraucht. Was in der Studie leider nicht berücksichtigt wird ist das Recycling der hohen Menge an Plastikbechern. Schade.

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email von Denn’s

24. März 2017

Vor einigen Wochen war ich erstmals bei Denn’s einkaufen und war geschockt, daß die Ware großteils in Kunststoff verpackt ist. Bei manchen Lebensmitteln kann ich wirklich nicht verstehen, daß sie in Plastik verpackt sind. Haferflocken, Mehl, Kakao, Zucker z.B. gibt es normalerweise in Papierverpackungen, wieso nicht auch Reis, Linsen, Nudeln (Barilla verpackt als einzige mir bekannte Marke in Kartonage), Kaba, Nüsse usw. Daraufhin habe ich Denn’s angeschrieben. Anbei die Antwort. Ganz schlüssig find ich es leider nicht…

 

Sehr geehrte Frau Reif,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre offenen Worte.

Nachhaltigkeit und Ökologie sind für uns wichtige Firmenwerte.

Derzeit kann leider auch bei biologischen Lebensmitteln der Einsatz von Verpackungen nicht vermieden werden.

Für den Handel und die Produktion existieren in Europa bzw. Deutschland sehr strenge Vorgaben in Bezug auf die Hygiene und die Sicherheit von Lebensmitteln. Um hygienische Bedingungen (Schutz vor Kontaminationen) und sichere Lebensmittel gewährleisten zu können, aber auch um produkttypische Eigenschaften (z.B. Geruch, Aroma, etc.) besser halten zu können, kann leider auch bei biologischen Lebensmitteln der Einsatz von Verpackungen nicht vermieden werden.

Ein weiterer Grund für die Verwendung von Kunststoffverpackungen ist, dass auch im ökologischen Bereich die Kunden möglichst frische Waren haben möchten, die über einen gewissen Zeitraum haltbar sind. Viele Möglichkeiten zur Haltbarmachung von Lebensmitteln, wie man Sie aus dem konventionellen Bereich kennt, stehen allerdings in der Herstellung von Bio-Produkten nicht zur Verfügung. Um dennoch eine gewisse Stabilität und Haltbarkeit von Bio-Produkten zu erreichen, werden daher Lebensmittel häufig unter Schutzgasatmosphäre verpackt. Dies ist gegenwärtig nur mit Kunststoffverpackungen realisierbar. Die Schutzgasatmosphäre unterbindet nicht nur den mikrobiellen Verderb, sie erschwert auch ein Eindringen von Schädlingen.

Bei der Verwendungen von alternativen Verpackungsarten, wie beispielsweise recycelten Papier (Pappkarton), wurde in letzter Zeit häufig berichtet, dass Kontaminanten aus den Papierverpackungen auf das Lebensmittel übergehen können (z.B. Übergänge von Mineralölrückständen aus recycelten Materialien). Um dies zu unterbinden, werden auch Lebensmittel in Pappkartons häufig noch mit einer zusätzlichen Kunststoffverpackung versehen oder die Papiere für Verpackungszwecke werden beschichtet. Der Gedanke ist hierbei ist immer die größtmögliche Sicherheit für die Lebensmittel und den Verbraucher zu gewährleisten.

Glas ist natürlich eine sehr gute Alternative und auch zu unterstützen. Man muss aber auch hier ehrlich bedenken, dass nicht jeder Hersteller Reinigungsanlagen in die Produktion integrieren kann. Die gesamte Flaschenrückführung, Reinigung und Prüfung auf Schadstellen ist kostenintensiv und aufwändig. Diese Kosten würden wahrscheinlich auf das Produkt gelegt werden, d.h. ein höherer Preis für den Verbraucher. Nicht jeder ist bereit diesen Preis zu zahlen.

Die Erzeuger und Hersteller ruhen sich aber nicht auf einem Status quo aus, vielmehr werden recycelbare und biologisch abbaubare Materialien auf ihre Tauglichkeit hin geprüft. Außerdem haben wir einige Teststationen für verpackungsfreies Einkaufen in Wien, Jena und in Berlin.

Grundsätzlich möchte ich deshalb sagen, dass die gesamte Branche sehr viel unternimmt und wir auf einem guten Weg sind.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Ines Ritter
Kundendialog

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Besuch beim Biosupermarkt B2

13. März 2017

Ich war vor einigen Wochen erstmals im Biosupermarkt B2 in Rottweil. Ich war total geschockt, daß so viele Lebensmittel in Plastik verpackt sind. Für mich ist Bio halt auch Müllvermeidung. Darum habe ich eine email geschrieben und mal nachgefragt. Daraufhin habe ich eine Email der Geschäftsführerin bekommen mit der Einladung zu einem Gespräch im Markt, bei dem mir das Nachhaltigkeitskonzept vorgestellt wird. Heute haben wir jetzt auf den 7. April fixiert. Ich bin sehr gespannt auf den Termin und freu mich über die Offenheit!

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