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help and party

23. August 2017

Kürzlich war ich zu einer tollen Geburtstagsfeier eingeladen. Die Jubilarin hat sich keine Geschenke gewünscht, sondern hat darum gebeten, dass man ihr hilft. Sie hatte verschiedenen kleinere Aufgaben (hauptsächlich Handwerkliche), die ungeschickt allein zu erledigen sind, oder die sie schon lange vor sich her geschoben hat, auf eine Liste geschrieben, alle Werkzeuge und alles was man dafür benötigt, bereit gelegt, und jeder Gast konnte sich aussuchen, was man machen wollte.

Nach 2 Stunden fröhlichem hämmern und schrauben sind wir dann zum feiern übergegangen.

Ich fand diese Idee klasse, da wir doch wirklich alle schon alles besitzen was man benötigt, und keine Geschenke mehr brauchen. Gleichzeitig fand ich es toll, dass die Jubilarin um Hilfe gebeten hat. Wie schwer fällt es uns doch zu sagen „Ich kann das nicht alleine, bitte hilf mir!“.  Und auf dem Fest war es eine tolle Stimmung, man hat fröhlich zusammen gearbeitet und sich hinter gefreut, dass man helfen konnte.

Wäre das was für Euch? Könntet ihr euch vorstellen zu „help and party“ einzuladen?

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große Beschleunigung

21. August 2017

Unter der Bezeichnung Great Acceleration („große Beschleunigung“) offenbart sich der rasante Zuwachs menschlicher Aktivitäten auf allen möglichen Ebenen, von der Anzahl der Autos bis zum Wasserverbrauch. Die Menschheit benötigte 50.000 Jahre, um eine Weltbevölkerung von 1 Milliarde zu erreichen, doch für die letzte Milliarde brauchten wir gerade einmal die vergangen 10 Jahre.

Gaia Vince, Am achten Tag

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fast ein Jahr schon

18. August 2017

Jetzt ist es schon fast ein Jahr, dass ich in meinem beruflichen Alltag jeden Tag das gleiche Outfit, also meine „Uniform“ trage. Im Oktober habe ich damit angefangen. Besonders jetzt im Urlaub fällt mir auf, wie schön es sonst ist morgens nicht darüber nachdenken zu müssen was ich anziehe. Ich bin immer noch froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, und es gibt Stand heute keinen Grund damit aufzuhören. Im vergangenen Jahr hab ich genau 2 Kleidungsstücke neu gekauft. Und zwar beides mal im Supermarkt bei Tchibo. Letztes Jahr im August ein graues T-Shirt und dieses Jahr im Winter ein graues Longshirt. Es ärgert mich zwar, dass ich nicht standhafter war, aber andererseits sind 2 Teile in 12 Monaten ja im Vergleich zu früher ja auch etwas auf das ich stolz sein kann! Und ich freue mich, dass keines der Teile ein Fehlkauf war, ich trag beide Teile gern und sie sind noch immer super in Form. Von den Teilen gibt es bisher keine Bilder, da ich sie bisher zufällig nur abends getragen habe, und wenn ich mich am Tag mal umziehe poste ich ja kein neues Outfit. Ich habe überlegt, warum es zufällig beides Teile von Tchibo waren, aber die Antwort ist einfach: Ich gehe ja nie zum bummeln oder so in die Stadt, und ich surfe ja nicht mehr auf den einschlägigen Modeseiten, sprich es gibt eigentlich keine Versuchung ausser eben wenn ich im Supermarkt bin.

Seit Mai hab ich aber natürlich nichts mehr gekauft, wie ich hier angekündigt habe!

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sei zufrieden

17. August 2017

„Eisleben, 7. Februar 1546. Meiner lieben Hausfrau Katharina Luther, Doktorin, Saumarketerin zu Wittenberg, meiner lieben gnädigen Frau zu Händen und Füßen. Gnade und Friede im Herrn! Lies Du, liebe Käthe, das Johannesevangelium und den kleinen Kathechismus, von dem Du einmal sagtest: Es ist doch alles in dem Buch zu mir gesagt. Denn wenn Du für Deinen Gott (anstelle Gottes) sorgen willst, gerade so als wäre er nicht allmächtig, der da zehn Doktor Martinus erschaffen könnte, wo der eine alte in der Saale ersöffe oder im Ofenloch oder auf Wolfs Vogelherd (umkäme). Lass mich zufrieden mit Deiner Sorge, ich habe einen besseren Sorger, als Du und alle Engel sind. Der liegt in der Krippe und hänget an der Jungfrauen Brust, sitzet aber gleichwohl zu rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters. Darum sei zufrieden, Amen.“

Martin Luther an seine Ehefrau, 11 Tage vor seinem Tod

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Seit meinem Besuch der B2 Bio Gärtnerei esse ich Gemüse mit mehr Wertschätzung!

16. August 2017

Am 28.7. war ich, und meine Gäste mit dem Frauenwirtschaftsforum zu Besuch bei der B2 Bio Gärtnerei in Rosenfeld-Leidringen.

Einige interessierte Frauen haben einen tollen, informativen Sommerabend genossen.

Im Vorfeld waren die harten Fakten schon klar: 3.000qm Gemüse unter Glas und Folie und ca. 6 ha Feldgemüse. Aber was das bedeutet, und was dahinter steckt war mir überhaupt nicht klar!

Frau Franz, Inhaberin und Leiterin der B2 Bio Märkte führte uns am Anfang kurz ein: „Der Verbraucher hat die Macht zu bestimmen ob es in unserem Raum nur Monokulturen gibt, und ob es nur noch eine Handvoll Lebensmittelkonzerne und Saatguthersteller gibt, die unseren Speiseplan bestimmen, und auch, ob es Ausbildungsplätze im Handwerk in erreichbarer Nähe gibt.“

So habe ich das noch nicht gesehen!

Der Gärtnereileiter Herr Vollmer erklärte uns die besonderen Herausforderungen der Lage der Gärtnerei auf der Alb, auf 650m: eine kurze Freilandsaison, starker Wind, Wetterextreme. Die Gärtnerei hat keinen eigenen Wasseranschluss, muss aber seit einigen Jahren die Felder bewässern, da es immer weniger regnet. Darum gibt es ein Regenauffangbecken, aus dem dann mit dem Schlauch beregnet wird. Ein riesiger Aufwand! Besonders beeindruckt haben mich 2 Dinge: Erstens: Die Mohrrüben Äcker! Selbstverständlich arbeitet die Bio Gärtnerei nicht mit Pestiziden zur Unkrautbekämpfung, sondern Unkraut wird gejätet. Und, wie das Bild beweist: Sehr gründlich! Denn wenn man das nicht täte, und das Unkraut zu hoch wachsen würde, könnte es sein, dass beim jäten aus Versehen die Mohrrübe mit ausgerupft wird, und dann natürlich kaputt ist. Und wenn ich an meine paar Quadratmeter Beet zu Hause denke, und wie ich das Unkraut jäten hasse, dann ist diese große Fläche wirklich beeindruckend (auf dem Bild ist nur einer von 3 Mohrrüben Äckern!).

Die zweite Sache die mich beeindruckt hat ist der Einsatz von Nützlingen. In den Gewächshäusern werden Insekten eingesetzt, die die Schädlinge auffressen, eben um Pestizide zur Schädlingsbekämpfung zu vermeiden. Und in einem Gewächshaus war am Eingang ein „Grasbüschel“, ich dachte den hat man vergessen beim Unkraut jäten. Tatsächlich handelt es sich um Getreide, und auf dem Getreide ist ein Schädling, der dieses Getreide schädigt, aber auf dem Getreide bleibt. Und dieser Schädling ist die Nahrung für einen Nützling der im Gewächshaus ist! Wie cool ist das denn!?

Der Gärtnereileiter Herr Vollmer hat uns voller Herzblut herumgeführt, dass er Spaß an der Arbeit hat, hat man gespürt (auch wenn sie hart und zeitaufwändig ist, er erzählte von einer 6,5 Tage Woche im Sommer…).

Im Anschluß an den Rundgang gab es eine Verkostung, und wir durften Mohrrüben, Tomaten und Gurken probieren. Es war mit Abstand das leckerste Vesper seit langem. Dazu gab es Brot der B2 Bäckerei, und ich hätte noch stundenlang Tomaten und Brot essen können. Herr Vollmer erklärte uns, dass das Gemüse auch deswegen so gut schmeckt, weil es eben reif geerntet wird. Durch die Nähe zum Kunden kann alles im Gewächshaus reifen, und muß nicht grün und unreif geerntet werden. Und das schmeckt man!

Fazit 1: Wer die Gelegenheit hat die Gärtnerei zu besichtigen sollte dies unbedingt tun. Es wird Euch die Augen öffnen! Also, wenn ihr Ausflüge für Jahrgänger, Schulklassen, Familien oder ähnliches organisiert, wendet euch an Frau Franz!

Fazit 2: Ich möchte so oft es geht über den Online Shop von B2 meine Lebensmittel und vor allem Gemüse bestellen, hier rüber berichte ich dann aber in einem separaten Blogbeitrag.

Die wunderbaren Bilder anbei sind von Sonja, meiner Blogkollegin von Wald und Co

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Prophezeiungen

15. August 2017

Prophezeiungen sollte man nur vorsichtig aussprechen, denn die Zukunft kann sich schnell ändern. Es braucht nur in sechs Monaten ein Meterorit ins Mittelmeer zu fallen, und Ligurien würde zu einem Unterwasserparadies, während sich Basel in den schönsten Strand der Schweiz verwandelt.

Umberto Eco

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Sarg

13. August 2017

Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich morgens an einer Sargfabrik vorbei. Und manchmal ist die Laderampe gerade offen, so dass ich die Särge sehe, die zur Abholung bereit stehen. Helle und dunkle, schlichte und aufwändige Särge.

Mir tut das morgens gut. Das relativiert meine Herausforderungen…

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