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pray@work

29. April 2018

 

Letzten Herbst kam mir der Gedanke in den Sinn „was würde passieren, wenn Christen bei der Arbeit für die Arbeit beten würden?“. Aber bei diesem Gedanken blieb es erst mal. Einige Wochen später hatte ich kurz vorm einschlafenden den Gedanken „Wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen –> pray@work!“ Beim aufwachen habe ich mich aber nicht mehr daran erinnert. Als ich dann, bevor ich zur Arbeit gefahren bin, gebetet habe war der Gedanke wieder da „pray@work!“. Und mir ist eingefallen, dass ich diesen Gedanken beim einschlafen hatte. Hm, dachte ich, das ist aber eine hartnäckige Idee. Ein paar Tage später habe ich einige Kollegen angeschrieben, von denen ich wusste, dass sie Christen sind, ob sie sich vorstellen könnten bei einem „Betriebsgebetskreis“ dabei zu sein. Mit allen habe ich bei der Arbeit keinen Kontakt. Von einigen habe ich Tage, aber auch Wochen lang keine Antwort bekommen. Kurz vor Weihnachten hat ein Kollege zurück geschrieben, dass er es sich grundsätzlich vorstellten könnte. Also, kein überragendes Feedback. Aber der Kollege und ich wären ja immerhin schon mal 2, was ja grundsätzlich reichen würde. Also habe ich am nächsten Tag unserem Geschäftsführer eine email geschrieben, was ich vorhabe und ihn um „Erlaubnis“ gebeten. Schließlich will ich nicht, dass es in seinen Räumen (ich wollte den Gebetskreis in einem Besprechungsraum machen) eine Veranstaltung gibt, von der er nichts weiß. Als Antwort kam, dass er sich gerne mit mir unterhalten würde, und die Email ging in CC an unseren Chef der Personalabteilung. Ich dachte, dass ich eine Abmahnung erhalten würde! Aber nichts dergleichen geschah, und im neuen Jahr hatte ich den Termin beim Geschäftsführer. Ich habe mein Anliegen vorgebracht und gesagt, dass ich überzeugt bin, dass Gebet etwas verändert, und dass ich es gut fände, wenn Christen bei der Arbeit für die Arbeit beten würden. Er sagte, dass er das zwar auch glaube, aber nicht möchte, dass dies in Räumen der Firma geschieht, dies müsste total separat von den Räumlichkeiten und der Arbeitszeit sein. Darüberhinaus war er skeptisch, dass es Interessenten gibt.

Demotiviert erzählte ich dies am Abend einem Bekannten, der sagte „Das macht doch nichts, die örtliche Kirche ist doch nur 10 Meter von Eurem Firmensitz entfernt, mach es doch dort!“. Auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Also habe ich die Pfarrerin der Gemeinde angeschrieben und um einen Termin gebeten. Sie fand die Idee grundsätzlich gut, und hat mir zugesagt, dass die Kirche hierfür genutzt werden könnte. Nun hatte ich immerhin schon mal einen Raum.

Also habe ich die potentiellen Mitbeter nochmal angeschrieben, aber wieder ohne großen Erfolg (Schwierige Abstimmung hinsichtlich Uhrzeit und Tag…). Einige Tage später ist mir ein weiterer Kollege eingefallen, der Christ ist. Dieser hat meine email gleich an 2 weitere Kollegen geschickt, die beide sofort geantwortet haben, dass sie großes Interesse haben und zeitlich flexibel sind. Uff. Da war ich erst mal erleichtert. Nach einigen Abstimmungsemails hin und her war es mir dann zu blöd, und ich hab vor 2 Wochen einfach mal einen Termin eingestellt auf Freitag 27.04. 7.15 Uhr in der Kirche. Am gleichen Abend hatten wir Chorprobe und ein Mitsänger der unregelmässig da ist, und auch bei uns in der Firma arbeitet, war an dem Abend in der Probe. Also habe ich es ihm erzählt, und er hat gleich gesagt, dass er es gut findet und dabei ist, und ich solle doch Kollege XY anschreiben, der hätte sicher auch Interesse. Und diese Info war der Durchbruch! Der Kollege XY überlegt nämlich schon länger an einem Betriebsgebetskreis rum und hatte eine Liste mit 10 Namen. Die kannte ich zwar alle nicht, aber habe den Termin einfach verschickt, und dazugeschrieben, dass der Termin gerne an weitere Interessenten weitergeschickt werden kann.

Am Freitag war es dann soweit. Ich war sehr aufgeregt, da ich nicht wusste wer kommen wird, und vor allem wie es wird. Im Kalender hatte ich zwar 5 Zusagen, aber eben auch von Leuten die ich nicht kannte, sprich ich nicht wusste, ob sie wirklich kommen würden. Ab 7 Uhr saß ich in der Kirche, habe den Stuhlkreis (mit 5 Stühlen) noch 2 mal umgestellt, da ich nicht wusste was besser wäre und habe gewartet. Und dann kamen nacheinander Kollegen zur Tür rein. Am Ende waren wir zehn Personen! Und wir haben über 30 Minuten miteinander für das Wohl der Firma, für Weisheit, für Bewahrung aber auch für den Gebetskreis gebetet und gedankt, und zwischendrin ist mir so eine Last von den Schultern gefallen, dass ich weinen musste. Ich war so froh, dass es Gleichgesinnte in unserer Firma gibt. Menschen die wie ich wissen, dass es nicht selbstverständlich ist so einen guten Arbeitgeber zu haben, Menschen denen auch etwas daran liegt, dass die Stimmung gut ist, aber eben auch Menschen, die wissen, dass wir aus Gnade leben. Was für ein Geschenk!

Im Anschluß haben wir überlegt wie es weiter gehen kann und haben vereinbart, dass wir nun mal immer am letzten Freitag im Monat um 7.15 Uhr beten werden, und dann mal sehen wie es weiter geht. Ich habe nochmal darauf hingewiesen, dass der Termin weiter verschickt werden darf, und habe für Freitag 25.5. einen Outlook Termin eingestellt. Und wisst ihr was? Dieser Termin steht jetzt bei 34 Kollegen im Kalender! Was für ein Segen!

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Verpackungsmüll

27. April 2018

Auf Utopia hab ich kürzlich diesen Artikel gelesen. Kunden lassen im großen Stil ihren Verpackungsmüll im Laden, um so Druck auszuüben, damit es weniger Verpackungsmüll gibt. Ich habe jetzt nochmal nachgelesen. Nicht jeder Müll darf im Laden abgegeben werden. Nur sogenannte Umverpackung, also welche, die weder der Hygiene, der Haltbarkeit oder dem Schutz der Ware dienen, sondern nur der Werbung. Also welche die wirklich doppelt ist, z.B. der Karton um eine Zahnpastatube. Hm. Das ist ja nun nicht so viel. Ich will beim nächsten Einkauf im Supermarkt das Thema mal ansprechen, und wenn möglich etwas da lassen. Könntet ihr euch vorstellen mitzumachen?

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Rana Plaza

25. April 2018

5 Jahre! Gestern war der Einsturz von Rana Plaza 5 Jahre her. Hat sich seither was verändert?

Der KiK Chef Patrick Zahn hat im Februar in einem Interview gesagt, dass KiK nicht schlechter sei wie andere Textilunternehmen. KiK ist Mitglied im Textilbündnis. Die dort veröffentlichte Roadmap von KiK lässt mich aber keine konkreten Aktivitäten finden, die belegen, dass KiK dabei ist die Produktionsbedingungen grundlegend zu verbessern. Die Aussage von Herrn Zahn impliziert für mich, dass dies kein Textilunternehmen tut…

Hier findet ihr den Artikel zum Interview.

Nur 20 Mitglieder im Textilbündnis haben ihre Roadmap veröffentlicht, somit muß ich davon ausgehen, dass die Big Player der Branche immer noch untern den gleichen Bedingungen produzieren wie 2013.
Ich habe nun beim Textilbündnis nachgefragt, wie denn die konkreten Ergebnisse 2017 aussahen und bin auf diesen Jahresbericht verwiesen worden. Hm, findet ihr konkrete Ergebnisse!? Ich les nur blabla! Vielleicht hat sich in einzelnen Fabriken die Situation verbessert, aber ich bin überzeugt, dass der Großteil der Arbeiterinnen nach wie vor unter schlechten Bedingungen produzieren, und das zu einem Lohn, von dem sie ihre Familie nicht ernähren können (zu einem ähnlichen Schluss kommt auch dieser Artikel) Somit bleibt die Frage: Who made your clothes? 

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